5 Tipps zum Umgang mit Handys in der Schule

Sie quaken, bellen und manchmal klingeln sie sogar – Handys sind allgegenwärtig

 

Friðthjófur. So wird in Island laut der Deutsch-Isländischen Gesellschaft das Mobiltelefon auch schon mal genannt, und das bedeutet direkt übersetzt “Friedensstehler”. Generell ist man ja geneigt, dem grundsätzlich erst einmal zuzustimmen.

Wer fühlt sich nicht gestört, wenn es um einen herum ständig klingelt und pfeift?

Und selbst ist man gestresst, weil man einfach ständig erreichbar ist (und absurderweise auch sein will!), und einfach nicht mehr abschalten kann – sowohl das Gerät als auch selbst. Und in der Schule ist das gleich noch viel schlimmer. Schüler passen im Unterricht nicht auf, weil sie ständig auf ihre Displays starren, chatten oder Spiele spielen. In den Pausen reden sie gar nicht mehr miteinander, weil jeder nur noch sein Gerät in der Hand hat, aus Angst, irgendetwas zu verpassen. Wer nicht das neuste iPhone besitzt, wird gnadenlos von den Mitschülern gemobbt. Eine britische Studie beweist zudem, dass sich ein generelles Handyverbot positiv auf die Leistungen insbesondere schwacher Schüler auswirken kann. Die Handys sollten also am besten permanent ausgeschaltet oder, noch besser, gar nicht erst mitgebracht werden.

Oder? Seien wir jetzt mal ganz ehrlich!

Wenn Schüler sich im Unterricht ablenken wollen, dann finden sie einen Weg – ob mit Handy oder ohne. Früher schrieb man sich Zettelchen, spielte heimlich Käsekästchen mit dem Sitznachbarn oder hatte einen Roman unter dem Tisch liegen. Heute ist das Handy als Möglichkeit hinzugekommen, um sich irgendwie wach zu halten, wenn der Lehrer eine absolute Schlaftablette ist. Handys sind seit Jahren im alltäglichen Leben angekommen, und sie aus der Schule zu verbannen ist doch ziemlich realitätsfern – insbesondere, weil Kinder den richtigen Umgang mit dem Handy erst einmal lernen müssen.

Also pro oder contra?

Natürlich hat alles zwei Seiten, und es kommt ganz auf die jeweilige Schule mit ihren ganz eigenen Schülern an. Daher ist es schwierig, sich generell für oder gegen ein generelles Handyverbot auszusprechen. Wenn Handys in der Schule eher miss- als gebraucht werden, ist es sicherlich sinnvoll, den Umgang einzuschränken oder vielleicht sogar wirklich ganz zu verbieten. Dennoch bieten Handys auch Chancen für den Unterricht, denn immerhin besitzen 79% der 12- bis 17-Jährigen ein eigenes Smartphone. Das kann insbesondere bei technisch nicht optimal ausgestatteten Schulen hilfreich sein. Wir haben 5 Tipps zum Schulalltag mit Handys zusammengestellt.

1. Klare Regeln vereinbaren

Sprechen Sie am besten zusammen mit Ihren Schülern ab, welche Regeln zur Handynutzung gelten. Darf das Handy in den Pausen auf dem gesamten Schulgelände benutzt werden, oder nur in bestimmten Bereichen? Gelten die gleichen Regeln für alle Altersstufen? Und wie werden Verstöße gegen solche Regeln sanktioniert? Beachten Sie dabei auch die Gesetzeslage: Lehrer dürfen nicht ungefragt die Handys ihrer Schüler durchsuchen, denn dies verstößt gegen die Persönlichkeitsrechte!

2. Vorbild sein

Wenn Ihre Schule handyfreie Zonen oder Zeiten hat, halten Sie sich auch selbst daran! Und selbst wenn nicht: Nutzen Sie Ihr Handy ausschließlich im Lehrerzimmer. Das signalisiert den Schülern, dass man das Gerät nicht ständig in der Hand haben muss. Wenn Sie Ihren eigenen kleinen Störenfried sofort herausziehen, sobald Sie das Klassenzimmer verlassen haben, werden Ihre Schüler keinen Grund sehen, es selbst anders zu machen.

3. Gefahren aufzeigen

Schüler müssen über Cybermobbing aufgeklärt werden. Betreiben Sie aktive Prävention und zeigen Sie Ansprechpartner und Möglichkeiten zur Hilfe für Betroffene auf. Und auch über allgemeine Gesetze sollten Sie Ihre Schüler informieren, wie beispielsweise das Recht am eigenen Bild. Jeder Mensch hat das Recht dazu, selbst zu entscheiden, welche Bilder und Videos von ihm im Internet oder anderswo veröffentlicht werden. Daher sollten diese auf dem Schulgelände und auch überall sonst ausschließlich nach ausdrücklicher Aufforderung und mit Erlaubnis aller Beteiligten erstellt werden.

4. Medienkompetenz vermitteln

Nicht alles, was im Internet steht, ist wahr. Es ist heute viel einfacher und schneller geworden, falsche Informationen (siehe Fake News) zu verbreiten. Bringen Sie Ihren Schülern bei, wie man seriöse von unseriösen Quellen unterscheidet, und wie vorsichtig man sein muss, seine persönlichen Daten oder Informationen im Internet preiszugeben. Wenn Schüler frühzeitig Strategien lernen, das Internet sinnvoll zu nutzen, kann es beim Lernen und auch darüber hinaus eine wertvolle Ressource für sie sein.

5. Handys bewusst benutzen

Natürlich ist das Handy auf viele Arten und Weisen praktisch, ansonsten würden wir es ja nicht ständig benutzen. Nicht nur das Internet ist nützlich, sondern auch Kalender- und Weckerfunktionen lassen sich vielfältig verwenden.

Ermutigen Sie Ihre Schüler aber dennoch dazu, sich über den eigenen Umgang mit dem Handy bewusst zu werden. Was ist wirklich sinnvoll und nützlich, und was frisst eigentlich nur Zeit und Nerven? Wann wären vielleicht auch abseits der Schule mal handyfreie Zeiten angebracht? Viele Menschen – nicht nur Schüler! – sind sich gar nicht mehr bewusst, wie sie sich selbst vom Handy abhängig machen und dass das nicht immer automatisch gut sein muss.