Gedruckte Schulplaner oder digitale Schul-app

Unser Leben spielt sich zu einem immer größeren Teil in der digitalen Welt ab und das nicht erst, seit wir in der Corona-Pandemie leben. Verabredungen werden heute oftmals auf Whatsapp oder Facebook getroffen. Die Rechnung für die neuen Turnschuhe online überwiesen und die Gymnastik- oder Yoga-Stunde wird von einem Online-Trainer abgehalten.

Viele Schüler*innen, Eltern und auch der ein oder andere Lehrer fragen sich deshalb, ob es eigentlich noch zeitgemäß ist, einen gedruckten Schulplaner anzubieten. Um es vorwegzunehmen, es gibt einige erwähnenswerte Vorteile, die das Schreiben mit Stift auf Papier mit sich bringt. So geht aus der bundesweiten Studie „StEP 2019“, im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) hervor, dass schulformübergreifend 93 % der Lehrer*innen eine unleserliche Handschrift beklagen.

Aber lesen Sie selbst – wir haben für Sie zusammengestellt, welche Vor- und Nachteile bei gedruckten bzw. digitalen Schulplanern zu berücksichtigen sind:

 

Planen mit digitalen oder gedruckten Planern – was ist besser?

 

1. Welche Vor- und Nachteile haben digitale Planer?

 

Vorteile digitaler Planer

  • Flexibilität

Digitale Medien können einfacher während des Schuljahres aktualisiert werden. Verschiebt sich das Schulfest, kann dies einfach im digitalen Kalender abgeändert werden.

  • Lern-App

Oftmals ist der digitale Planer in die Lern-App der jeweiligen Schule integriert und daher einfach erreichbar.

  • Automatische Erinnerungen

Ein digitaler Planer kann Erinnerungen versenden, wenn bestimmte Aufgaben nicht abgehakt wurden oder Termine sich überschneiden.

 

Nachteile digitaler Planer

  • Endgeräte und Technologie

Nicht jede und jeder besitzt ein eigenes Smartphone oder ein Laptop. Handys werden öfter mal verloren oder fallen herunter und sind nicht mehr zugänglich.
Nicht überall ist das Internet gleich stark, manche Schüler*innen haben mit langen Ladezeiten zu kämpfen. Anderswo hat ein Internetempfang oftmals mehr mit Glück als einer guten Leitung zu tun. Ohne Internetzugang geht jedoch von einer Sekunde zur anderen gar nichts mehr.

  • Unübersichtlichkeit durch den Einsatz vieler verschiedener Softwarelösungen

Meist werden für die verschiedenen Lern- und Organisationsbereiche von Schulen auch verschiedene Softwarelösungen angeboten. So wird z. B. der Unterricht gerne über Microsoft Teams abgewickelt. Events und Schul-News sind auf der schuleigenen Webseite zu finden. Ein digitales Klassenbuch hält die Schultage fest, und den Eltern ermöglicht eine Kommunikationsplattform den Zugriff zu Lernfortschritten ihrer Kinder. Hausaufgaben werden oft verbal vergeben und die Essensbestellung steht auf einem ganz anderen Blatt. So kann aus hilfreichen Einzellösungen leicht ein wenig hilfreiches Software-Gewirr entstehen, die Übersichtlichkeit bleibt auf der Strecke.

  • Updates

Updates von verschiedenen Software-Versionen können ungeahnte Kompatibiltätsprobleme mit sich bringen. Diese müssen erst von der IT-Stelle der Schule gelöst werden, bevor es weitergehen kann. Die verschiedensten Betriebssysteme und Software-Lizenzversionen aller teilnehmenden Endgeräte müssen schließlich alle miteinander arbeiten können.

  • Attacken auf Software oder Inhalte durch Hacker

Hackerangriffe scheinen mittlerweile ebenso zur digitalen Normalität zu gehören wie für viele die sozialen Medien. Auch Schul-Apps sind davor nicht gefeit und kosten bestenfalls viele Arbeitsstunden für die IT-Kolleg*innen. Im schlimmsten Fall wurden nicht-kindgerechte, rechtswidrige Inhalte auf die Schul-App hochgeladen.

  • Datenschutz, DSGVO

Durch das Dickicht unserer Datenschutzverordnung zu sehen, fällt selbst hartgesottenen Datenschutzprofis manchmal schwer. Eine Fortbildung für alle, die Schüler*innen im digitalen Netz begleiten, ist unumgänglich.

  • Kein oder sehr geringer Einfluss auf Design-Bereiche der Software

Alle Schulleiter*innen, die eine eigene Schul-App nutzen, die auf die Bedürfnisse der Schule zugeschnitten wurde, können über diesen Punkt getrost hinweglesen. Für alle, die eine normale digitale Planer-App nutzen, gilt, sich die App und den Vertrag gut anzusehen. Meist kann weder die Menügestaltung verändert noch können eigene schulische Inhalte mit aufgenommen werden. Auch kann eine Beeinflussung der Schul-App durch eine Künstliche Intelligenz (KI) nicht ausgeschlossen werden.

  • Zu viel „Bildschirmzeit”

„Handy-Nacken“ oder Aufmerksamkeitsstörungen sind nur zwei von vielen Auswirkungen eines Übermaßes an „Bildschirmzeit“, vor denen Psychologen und Ärzte warnen. Sie empfehlen dringend, auf einen ausgewogenen Tagesablauf zu achten. So zum Beispiel empfiehlt klicksafe, die EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz, folgende „Bildschirmzeiten“ für Internet & Smartphone zu beachten:

    • Nutzungszeiten für Kinder zwischen 4 bis 6 Jahren: ca. 20 Minuten, nicht unbedingt täglich
    • Nutzungszeiten für Kinder zwischen 7 bis 10 Jahren: täglich ca. 30 – 45 Minuten
    • Nutzungszeiten für Kinder zwischen 11 bis 13 Jahren: verhandelbar, ca. 60 Minuten pro Tag
    • Nutzungszeiten für Kinder zwischen 14 bis 17 Jahren: In diesem Alter sollten Nutzungszeiten ebenfalls noch abgesprochen werden, auch, um einer exzessiven Onlinenutzung vorzubeugen. Das Festlegen von Richtwerten ist in dieser Altersgruppe überaus schwierig, da die familiären und persönlichen Situationen hier zu verschieden sind. Prüfen Sie regelmäßig, ob neben der Mediennutzung noch ausreichend Zeit für Schule, Ausbildung und andere Hobbies bleibt.

 

2. Welche Vorteile bzw. Nachteile haben gedruckte Schulplaner?

 

Vorteile gedruckter Schulplaner

 

  • Besserer Überblick über längere Zeiträume

Gedruckte Schulplaner enthalten Kalender für das gesamte Schuljahr, die einfach zu überschauen sind. Ohne Scrollen von Monat zu Monat. Eine Übersicht über längere Zeiträume zu haben, ist insbesondere bei der Ansicht mit einem Handy oder Smartphone nahezu unmöglich. Auf Papier kann die langfristige Planung von Schulterminen, Klassenarbeiten oder Freizeitterminen jederzeit übersichtlich eingesehen werden.

  • Die Zeit greifbar machen

Zeit ist abstrakt und nicht einfach zu fassen. Nicht nur Kinder erleben täglich, wie schnell die Zeit am Handy oder Computer verfliegen kann. Gesundheitsexperten warnen seit Langem vor den Folgen von zu viel „Screentime”. Wer Termine mit Stift und Papier notiert, ist in dieser Zeit nicht vor einem Monitor.

  • Mit dem Unterbewusstsein zusammenarbeiten

Wer mit Stift und auf Papier schreibt, speichert das Geschriebene besser im Unterbewusstsein ab. Schulplaner trainieren das Schreiben mit der Hand und dem Stift. Studien (z. B. „Der Stift ist mächtiger…”), deuten darauf hin, dass beim handschriftlichem Schreiben Informationen besser im Kopf bleiben als beim Tastaturschreiben. Dies gilt sowohl bei der Verarbeitung von Inhalten als auch beim Faktenwissen. Man kann sich an das Geschriebene per Hand besser erinnern. Lesen Sie mehr zu diesem Thema in unseren Blog Posts „Wissenschaft vergibt gute Noten für gedruckte Schulplaner und Lerntagebücher” sowie „Der Stift ist mächtiger als die Tastatur“.

  • Immer verfügbar

Die „analoge Schaltzentrale” ist immer verfügbar. Der Schulplaner in Papierform sollte einen festen Platz in jeder Schultasche haben, gleich neben Handy oder Smartphone. Auch wenn Akkus leer sind, weit und breit keine Steckdose zu finden ist oder das Handy herunterfällt und nicht mehr funktioniert – der gedruckte Schulplaner ist immer bereit; zuverlässig und völlig unabhängig von allen Technologien.

  • Zu 100 % auf Ihre Schule zugeschnitten

Mit individuell für Ihre Schule konzipierten Schulplanern haben Sie die Möglichkeit, nicht nur Hausaufgabenbereiche oder Kalendarien auf die schulischen Bedürfnisse anzupassen. Vielmehr enthält ein individualisierter Schulplaner alle wichtigen Informationen zu Schulregeln, Kontakten, Fachbereichseiten, Formelsammlungen und vieles mehr und ist somit ein Rundum-Begleiter für Schüler*innen, Eltern und auch der Lehrerschaft.

  • Die eigene Persönlichkeit kreativ einbringen

Ein schuleigener Schulplaner fördert das Gemeinschaftsgefühl der Schüler*innen. Design und Inhalte sind für alle gleich, jeder einzelne Schüler kann aber „seinem/ihrem” Planer die eigene persönliche Note geben und ihn somit vom einheitlichen Kalender in ein persönliches Zeit- und Planungsinstrument verwandeln.

  • Der Rückblick über die Schulzeit

Der gedruckte Schulplaner spiegelt die Schulzeit wieder. So kann später mit einem Schmunzeln die Veränderung der eigenen Handschrift zur Kenntnis genommen werden. Die täglichen oder monatlichen Einträge im Schulkalender rufen Erinnerungen an die beliebtesten Klassenlehrer*innen wach und die Fleiß- oder Motivationssternchen oder das „kannst du doch besser“ ist ebenso nicht verloren.

 

Nachteile gedruckter Schulplaner

  • Flexibilität

Keine Frage, digitale Medien können eine erhöhte Flexibilität bieten, gerade wenn es sich um neue Regelungen oder verschobene Termine handelt. Mit einem gedruckten Schulplaner kann ein Termin nicht einfach per „drag & drop” verschoben werden. Die Lösung hierzu sind bereits fest in den Planer integrierte Klarsichtfolien. So lassen sich neue Informationen schnell ausdrucken und in jeden Schulplaner mit einfügen. Weiterhin gilt, was bereits weiter oben genannt wurde: Wer sich eine handschriftliche Notiz zu einem verschobenen Termin macht, speichert diese Information verstärkt im Unterbewusstsein ab.

  • Verlorene Planer

Auch gedruckte Schulplaner können verloren werden. Meist führt dann der Weg ins Schulsekretariat, in dem kleinlaut um einen neuen Planer gebeten wird. Viele Schulen erwähnen allerdings explizit, dass auf die neu eingeführten individualisierten Schulplaner wesentlich besser aufgepasst wird und sie auch deutlich weniger oft verloren oder zerstört werden. Die Kinder scheinen sich mehr mit den Planern zu identifizieren und aufgrund dessen besser auf sie aufzupassen. Lesen Sie mehr zur Erstellung von individuellen Titelseiten.

 

 

3 Tipps, um einen Schulplaner flexibler zu gestalten

 

  1. Abwischbare Whiteboard-Seiten

    Diese Seiten können als Extras mit in Ihre Schulplaner eingebunden werden. So können kurzlebige Termine und Notizen festgehalten und bei Bedarf wieder abgewischt werden.

  2. Klarsichtfolien

    Ebenfalls als Extra können Klarsichtfolien, strategisch an verschiedenen Stellen im Schuljahresplaner platziert, dafür sorgen, dass neue Informationen sicher aufbewahrt sind und sich doch stets im Zugriff befinden.

  3. Seiten- und Ecktaschen

    Auch das beliebte Extra, die Klarsicht-Ecktaschen, ermöglichen es, neu erstellte Inhalte immer im Schulkalender im Zugriff zu haben.

 

Wie auch immer unsere Welt in 20, 50 oder 100 Jahren aussehen wird: Die Kulturgüter Sprache und Schrift sind wichtig für Menschen, genauso wie der direkte soziale Kontakt, Bewegung und gute Ernährung. Unser aller Aufgabe wird es sein, die neuen Technologien gewinnbringend einzusetzen und gleichzeitig die menschlichen Fähigkeiten zu erhalten.

Lesen Sie hier, wie man einen Schulplaner oder ein Lerntagebuch erstellt. Sollten Sie gerne einen Schülerplaner oder ein Lerntagebuch bzw. Logbuch durchblättern wollen, können Sie kostenfrei und unverbindlich ein Schulplanermuster-Infopaket anfordern.

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